THW-„Heros“ im Leuchteinsatz

Taschenlampen-Lichter huschen über das Feld. Hell blitzen die gelben Reflektoren an den dunklen Jacken und Hosen auf, wenn sie vom Blaulicht-Schein der Fahrzeuge des Technischen Hilfswerks (THW) getroffen werden. Abgesehen davon ist es stockdunkel. Eine Sekunde und einen Knopfdruck später taghell.

Plötzlich erleuchten, vom Dach eines Kraftwagens aus, 7000 Watt den Platz auf dem Gelände der alten Ziegelei in Höven. „Wir wurden von der Polizei angefordert, Grundstück und Gelände auszuleuchten, damit diese am Tatort Spuren sichern kann“, erklärt Sebastian Sicking, stellvertretender Ortsbeauftragter beim THW in Coesfeld, das Übungsszenario in der Rosendahler Bauerschaft. 31 Einsatzkräfte der Fachgruppe Beleuchtung sind vor Ort. Jeweils 14 aus Coesfeld und Dülmen sowie eine Dreierabordnung aus Havixbeck.

Autos halten an, die THW-Kolonne aus acht Fahrzeugen schlängelt sich bei Rot über die Ampelkreuzung an der Coesfelder Bürgerhalle. „Wir dürfen auch bei einer Übung Sonderrechte nutzen“, sagt Sicking. Die anderen Auto- oder Motorrad-Fahrer dabei genau im Blick: „Wenn die Ampel umspringt, dürfen wir fahren, müssen aber schauen, wie es vom Verkehr passt.“ Rücksichtslos auf die Vorfahrt bestehen geht nicht. Ein Helikopter ist angefordert. Eine Aufgabe für die Coesfelder. Mit Scheinwerfern, die auf vier Stativen aufgebaut werden, soll der genaue Landepunkt markiert werden. „Wenn der Hubschrauber anfliegt, wird er geblendet“, ruft Gruppenführer Alexander Heitkamp, nachdem zwei andere Kräfte die erste Leuchtanlage aufgebaut haben. Zwei schnelle Handgriffe und die Lampen werden etwas flacher eingestellt.

Regen klopft auf Helme und Gerätschaften. Die THWler scheinen davon nichts zu merken. Die Einsatzleitung sitzt einige Meter weiter im trockenen Fahrzeug. „Heros Dülmen 21 10 bitte kommen“, erklingt es knisternd aus den Funkgeräten. „Heros“ (griechisch „Held“) ist dabei der Funkrufname des THW. „Dülmen“ für die Herkunft des Einsatz-Wagens und die Zahl gibt an, wer überhaupt angesprochen ist. „Der Hubschrauberlandeplatz ist bereit. Rücken jetzt ab zur Unterstützung von Dülmen.“ Kurze Zeit später kommt die Rückmeldung, dass die Landeplatz-Truppe am neuen Standort angekommen ist. Auf einem White-Board verschiebt Zugführer Jan Meyer kleine Platten, die Fahrzeuge und Einsatzkräfte symbolisieren, an ihre neue Position. In einer Liste trägt er die Uhrzeit und eine kurze Beschreibung der neuen Lage ein. „Damit alles chronologisch verfolgbar ist“, sagt er. Für eventuelle Rechtsstreitigkeiten oder um den Einsatz intern Revue passieren zu lassen. Draußen klettert das THW Dülmen, in Person von Sonja Bohnekamp und Marina Wilkens, auf einem Gerüst herum. Vorsichtig stecken sie Element in Element. „Wir könnten Plateaustiefel gebrauchen“, ruft eine der beiden. Doch es geht auch so. Lang gestreckt wächst das Gebilde auf sechs Meter Höhe. Oben montieren die Coesfelder später einige Scheinwerfer. Dann ist das ganze Gelände hell erleuchtet. Taschenlampen-Lichter braucht keiner mehr.

Quelle: Allgemeinen Zeitung Coesfeld, Daniel Peters

 

Kommentare sind geschlossen.